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Uni-Hörsaal in Leipzig besetzt: Polizei trägt Demonstranten hinaus

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Studenten, die sich selbst als „palästinasolidarische Gruppierungen“ bezeichnen, haben am Dienstagnachmittag gegen 15 Uhr den Audimax (größter Hörsaal) der Leipziger Uni besetzt. Außerdem wurden im Innenhof Zelte aufgeschlagen, dazu laute Reden gehalten. Rund ein Dutzend Personen besetzten die Zugänge zum Hörsaal, etwa 60 weitere demonstrierten im Innehof davor. Etwa 40 Israel Anhänger wiederum protestierten lautstark gegen die Demonstranten.

Grund der Aktion sei die von Israel am Montagabend gestartete Bodenoffensive auf die Stadt Rafah gewesen. Das sei der letzte sichere Ort in der Region gewesen, hieß es in ihrer Erklärung zu den Aktionen. In Gaza gebe es keine Universitäten mehr. Denker und Studenten würden direkt von Israel angegriffen. Die Universitäten in Leipzig würden zu alledem schweigen, deswegen die Besetzung. 

Dazu veröffentlichten die Besetzer einen Forderungskatalog. Sie fordert von der Uni u.a. sich vollständig von allen Beziehungen zu israelischen Institutionen zu trennen und bestehende Partnerschaften zu boykottieren sowie öffentlich Stellung im Gaza-Konflikt zu beziehen.

Bei den Besetzern handelte es sich um Anhänger der Gruppe „Palestine Campus“, die bereits mit antisemitischen Aussagen aufgefallen sind. Ihren eigenen Äußerungen zufolge seien sie aber nicht gegen Israel und allgemein für ein Ende des Krieges in Gaza. Auch an der Freien Universität Berlin hatten am Dienstag Aktivisten ein propalästinensisches Camp errichtet. Dieses wurde kurz darauf von der Polizei geräumt.

Auch in Leipzig griff die Polizei am Dienstag schließlich ein. Kurz nach 19 Uhr wurden die Sitzblockaden an den Zugängen zum Hörsaal aufgelöst und die Demonstranten ins Freie getragen. Die vier Zugänge wurden von über 30 Personen blockiert, wie die Polizei am Mittwochmorgen meldete. Den Audimax hatten 13 Personen im Alter zwischen 19 und 34 Jahren besetzt und die Türen von innen mit Kabelbindern verschlossen. Gegen sie wird wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs ermittelt. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft kamen sie zunächst auf die Wache, wurden dann aber wieder entlassen. 

Weil mehr als ein Dutzend Personen Widerstand leisteten, wurden Strafverfahren eingeleitet. Ein Polizist wurde durch Tritte verletzt, er blieb aber dienstfähig. 

Rund um die Universität und auf dem Gelände selbst wurden mehrere Graffiti entdeckt, die zu mehreren Anzeigen wegen Sachbeschädigung führten.