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Weibliche Kunst im Fokus - Kunstverein holt Leipzig nach Zwickau

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Seit 20 Jahren macht ein Zwickauer Kunstverein die Peripherie zum Zentrum. In ihrem Jubiläumsjahr zeigen die „Freunde Aktueller Kunst“ Leipzigs wichtigste Malerinnen. Nun beginnt die zweite von drei Ausstellungen.

Der Zwickauer Kunstverein „Freunde Aktueller Kunst“ (FAK) rückt erneut die Kunstszene Leipzigs in den Mittelpunkt: Der zweite Teil des Ausstellungsprojekts „Nach dem Bild ist vor dem Bild“ zeigt ab Sonntag (11.00 Uhr) rund 80 Arbeiten von 25 Malerinnen, die aktuell einen der Hotspots deutscher Gegenwartskunst prägen.

Neben Bildern von Rosa Loy, die die Schau am Sonntag mit eröffnen wird, seien Jungstars wie Anna Nero oder Anita Mikas vertreten, sagte Vereinsvorsitzender Klaus Fischer der Nachrichtenagentur dpa. Im Vergleich zum ersten Durchgang, der bis Mitte Mai in den Galerieräumen in der Zwickauer Hauptstraße zu sehen war, seien die nun gezeigten Arbeiten deutlich abstrahierender und abstrakter.

Künstlerinnen wie Mirjam Völker beschäftigen sich mit Zerfallenem, andere Bilder wie die von Heidi Baudrich sind eher mystisch. Die Arbeiten von Franziska Reinbothe hingegen spielen mit der Leinwand und zwar im doppelten Wortsinn: Anstelle eines Bildes sieht der Betrachter eine rote oder gelbe Leinwand, die sich über die eigentliche Arbeit spannt.

Mit dem Projekt zum 20-jährigen Bestehen wolle der Verein das Quotendenken ad absurdum führen, indem man die Quote mit 100 Prozent übererfülle, erläuterte Fischer. Denn auch in der Kunst dominierten nach wie vor Männer. Laut einer Studie vom April dieses Jahres ist die künstlerische Crème de la Crème ein Herrenclub: Keine einzige Frau ist bei internationalen Kunstauktionen unter den 50 gefragtesten Malern gelistet. Demnach erzielen Arbeiten von Künstlerinnen bei Kunstauktionen nur halb so hohe Preise wie Werke ihrer männlichen Kollegen.

Die rein weibliche Ausstellung ist bis 9. November in den Räumen des FAK zu sehen, der mit rund 250 Mitgliedern zu den größten Kunstvereinen der neuen Länder zählt. Der dritte und letzte Teil folgt dann vom 27. November bis 25. Januar 2019. Insgesamt beteiligen sich an dem Projekt 75 Malerinnen. (dpa)