Zum 90. Geburtstag: Großer Festakt für "König Kurt" in der Frauenkirche

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„König Kurt“ hat heute in einem Festakt in der Frauenkirche seinen 90. Geburtstag gefeiert. Die Festveranstaltung, die gleichfalls an „30 Jahre Friedliche Revolution“ erinnern sollte, wurde von der Konrad-Adenauer Stiftung organisiert.

Kurt Biedenkopf war der erste Ministerpräsident des Freistaates Sachsen nach der Wiedervereinigung. Bis 2002 hatte er das Amt inne und prägte den Freistaat wie kein Anderer vor ihm. Viele wollten ihm heute gratulieren - unter den Gästen waren u.a. politische Weggefährten, mehrere Ministerpräsidenten und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. In einer Rede hatte Merkel die Ost- und Westdeutschen aufgefordert, ihre unterschiedlichen Biografien zu akzeptieren.

«Manche Dinge hatten wir uns einfacher und schneller vorgestellt», sagte sie bei dem Festakt. Es gebe Menschen, denen es nach 30 Jahren deutscher Einheit eher schwerfalle, eine positive Bilanz zu ziehen und deren Leben vor 30 Jahren eine sehr herbe Zäsur erfahren habe. Gerade deshalb sei es wichtig, «dass wir einander gut zuhören und bereit sind, zu akzeptieren», dass es ganz verschiedene Lebenserfahrungen gebe.

Zugleich ermutigte Merkel ihre Landsleute. «Wandel kostet Kraft und Mut, er verlangt Improvisation und Kreativität und er erfordert die Bereitschaft und Fähigkeit, Neues zu lernen.» Man könne von Biedenkopf vieles lernen, vor allem sich auf Neues einzustellen und nicht zu verzagen. Die Bundeskanzlerin würdigte den Jubilar als «Quer-, Vor- und Neudenker». (Redaktion/dpa)