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Zwei Haftbefehle nach Tötungsverbrechen in Chemnitz

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Nach dem gewaltsamen Tod eines 35-jährigen Chemnitzers ist gegen die beiden Tatverdächtigen Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Totschlags erlassen worden. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen 23-jährigen Syrer und einen 22-jährigen Iraker. Sie stehen unter Verdacht, in der Nacht zu Sonntag den 35-jährigen getötet zu haben. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie mit einem Messer mehrfach ohne Grund auf den Mann eingestochen haben. Der Chemnitzer starb an seinen schweren Verletzungen. Die Ermittlungen zum Tatmotiv, zum genauen Ablauf und zur Tatwaffe dauern laut Polizei noch an.Einen Tag nach dem gewaltsamen Tod eines 35-jährigen Chemnitzers ist die Stimmung in der Stadt noch immer angespannt. Familienangehörige, Freunde und Bekannte trauern um das Opfer. Am Tatort an der Brückenstraße werden immer wieder Kerzen aufgestellt und Blumen abgelegt. Bei den Toten handelt es sich nach unseren Informationen um einen Familienvater. Er hinterlässt Frau und Kind. Sein früherer Ausbildungsbetrieb, der VBFA schreibt bei Facebook: „Mit Bestürzung und Fassungslosigkeit haben wir vom gewaltsamen Tod unseres ehemaligen Tischlerlehrlings erfahren. Daniel war ein sehr hilfsbereiter, fleißiger und lebenslustiger Mensch - Ruhe in Frieden Daniel!" Die Polizei hält sich mit Informationen über die Identität des Mannes zurück. Am Montagnachmittag gab es ein ökumenisches Friedensgebet in der Jakobikirche. Dabei wurde an den getöteten Chemnitzer erinnert. Gleichzeitig rief die Kirche angesichts weiterer Demonstrationen zur Besonnenheit auf.Der 35-Jährige war in der Nacht zu Sonntag bei einer Messerstecherei auf der Brückenstraße ums Leben gekommen. Als Reaktion zogen am Sonntagnachmittag rund eintausend Menschen durch die Innenstadt, dabei kam es zu Tumulten und Rangeleien mit der Polizei. Zu der Demo hatte die Chemnitzer Hooliganszene aufgerufen. Unter den Demonstranten waren viele gewaltbereite Fußballfans. Sie griffen die Polizei an und machten auch Jagd auf Ausländer. Die Polizei war eigenen Angaben zufolge nur mit geringer Einsatzstärke vor Ort. Dementsprechend Mühe hatten die Beamten, die Lage unter Kontrolle zu behalten. das Stadtfest war zu diesem Zeitpunkt bereits vorzeitig aus Sicherheitsgründen abgebrochen worden.    Die dramatischen Ereignisse in Chemnitz sorgen inzwischen deutschlandweit für Schlagzeilen. Die Bundesregierung hat die Geschehnisse scharf verurteilt. Regierungssprecher Steffen Seibert bezeichnet die Vorfälle am Sonntag in Chemnitz als "Hetzjagd". "Solche Zusammenrottungen oder den Versuch, Hass auf den Straßen zu verbreiten, das nehmen wir nicht hin“, so Seibert.Die sächsische AfD hat ihre Anhänger vor der für Montagnachmittag geplanten Kundgebung Rechter in Chemnitz gewarnt. Parteichef Jörg Urban rechnete am Mittag damit, dass "gezielt Provokateure eingeschleust werden, um Gewalt zu schüren und den berechtigten Bürgerprotest damit zu kriminalisieren": "Die gestern in Chemnitz von der AfD veranstaltete Demonstration war ebenfalls friedlich und hatte nichts, aber auch gar nichts, mit den anschließend stattgefundenen Jagdszenen in der Stadt zu tun." Die AfD distanziere sich ausdrücklich von jeglicher Form der Gewalt. Zugleich kündigte die Partei gemeinsam mit der Pegida-Bewegung für kommenden Samstag eine Demonstration in Chemnitz an.